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Tuyas
Hochzeit
Stetige Wendung
zum Schlechteren
"Tuyas Hochzeit" ist ein Film über
eine Existenz ohne Zukunft. Dies gilt für die Lebensform, von der er handelt,
im Ganzen und es gilt erst recht für die Helden und vor allem die Heldin
des Films. Tuya (Yu Nan) ist Schäferin und sie arbeitet bis an den Rand
des körperlichen Zusammenbruchs, da ihr Ehemann Bater (Ba Te Er) nach einem
Unfall beim Brunnenbau nicht mehr gehen kann. Dies wird nicht die letzte Wendung
zum Schlechteren sein, die Tuya widerfährt. Beim Versuch, ihrem Nachbarn
Shenge (Sen Ge) nach der Havarie seines motorisierten Dreirads zu helfen, bricht
sie zusammen, und der Arzt erklärt, dass sie nicht weiter arbeiten kann,
ohne ihre eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
Sie verfällt auf die verzweifelte Idee, sich
von ihrem Mann zu trennen, um weiter mit ihm leben zu können. Es spricht
sich herum, dass sie einen neuen Mann sucht, der mit dieser Konstruktion - zwei
Mann und eine Frau und zwei Kinder unter einem Dach - leben kann. Tatsächlich
tauchen Bewerber auf, aber es stellt sich heraus, dass sie Bater doch irgendwie
loswerden wollen. Mit dem seit Schulzeiten in Tuya verliebten Baolier (Peng
Hongxian) scheint eine Lösung gefunden, nur leider erweist er sich als
einer, der zuletzt doch sein eigenes Wohl über das Tuyas stellt. Dann aber
beginnt Nachbar Shenge, ein arger Pechvogel und Trunkenbold und doch der stete
Beschützer Tuyas, einen Brunnen zu bauen, direkt vor ihrem Haus.
"Tuyas Hochzeit" ist ein einfacher Film,
der mit einfachen Mitteln eine einfache Geschichte erzählt. Die Bilder
sind klar, bleiben stets auf die Figuren, insbesondere Tuya, die Heldin des
Films, konzentriert. Auch die Erzählung verzichtet auf alle Abschweifungen,
leider auch auf alle atmosphärischen Details, die nicht dem Fortgang dienlich
wären. Die Konstruktion der so entschlossenen wie störrischen Heldin,
die sich von keinem Schicksalsschlag unterkriegen lässt, erinnert durchaus
an die frühen Werke Zhang Yimous mit seiner Muse Gong Li, etwa "Die
Geschichte der Qiuju". Freilich reicht Wang Quan'ans Film bei aller mit
humoristischen Einsprengseln akzentuierten Lakonie an deren Qualität nicht
heran. Zu aufgeräumt bleiben die Bilder, zu schlicht die Umrisse der Figuren.
Von der Weite der Steppe, der Verlorenheit der Figuren vermittelt "Tuyas
Hochzeit" keinen wirklichen Eindruck.
Ekkehard Knörer
Dieser Text ist zuerst erschienen
bei: www.perlentaucher.de
Tuyas
Hochzeit
China 2006 - Originaltitel: Tu ya de hun shi - Regie: Wang Quan'an - Darsteller: Yu Nan, Bater, Baolier, Zhaya, Ben'ge - FSK: ab 12 - Länge: 96 min. - Start: 23.8.2007
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